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Kiefer- und Gesichtsschmerzen

Symptomatisch sind Nacken-, Hals-, Kiefer-, Gesicht- und Kopfschmerzen schwer zu trennen und so ist es nicht verwunderlich, dass die Übergänge fließend sind und das Schmerzbild schwer zu definieren ist. Kiefer- und Gesichtsschmerzen können völlig unterschiedliche Ursachen haben und uns in genauso vielseitigen Erscheinungsbildern quälen.

In bis zu 10 Prozent der Fälle können plötzlich auftretende Unterkieferschmerzen sogar Symptom eines (stummen) Herzinfarktes sein. Mit der Zielsetzung, die wissenschaftliche Forschung über Kopfschmerzen zu fördern, medizinische Erkenntnisse zu Ursachen und deren Therapien zu verbreiten und bei der Fachwelt die Problematik solcher Schmerzen ins Bewusstsein zu rufen, wurde im Jahre 1982 in England und Wales die International Headache Society (IHS), die Internationale Kopfschmerzgesellschaft, gegründet.

Entsprechend den Erkenntnissen der IHS werden, Kopf- und Geschichtsschmerzen wie unten stehend klassifiziert. Diese umfangreiche Klassifikation spiegelt sowohl Vielseitigkeit als auch Komplexität der Problematik wieder:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Clusterkopfschmerzen und chronische, anfallartig auftretende einseitige Kopfschmerzen
  • Sonstige Kopfschmerzen ohne strukturelle Schädigungen
  • Kopfschmerzen aufgrund von Verletzungen
  • Kopfschmerzen aufgrund von Blutgefäßabnormitäten
  • Kopfschmerzen aufgrund von anderen Veränderungen im Schädelinneren
  • Kopfschmerzen in Verbindung mit der Einnahme von Substanzen bzw. deren Absetzen
  • Kopfschmerzen in Verbindung mit Infektionen außerhalb des Kopfes
  • Kopfschmerzen in Verbindung mit Stoffwechselstörungen
  • Kopf- oder Gesichtsschmerzen in Verbindung mit Störungen des Kopfes, Nackens, der Augen, Ohren, Nase, Zähne, aufgrund von
  • Sinusitiden oder Erkrankungen anderer Gesichts- oder Schädelstrukturen
  • Kraniale Neuralgien, Nervenstamm- und Phantomschmerzen
  • Kopfschmerzen, die nicht klassifiziert werden können

Betrachtet man diese vorliegende Klassifizierung näher, so setzt sich die beschriebene Vielschichtigkeit innerhalb der genannten Gruppen weiter fort. Nicht selten kann bei ursächlich durch Störungen der Kopf- und kopfnahen Organe ausgelösten Schmerzsyndrome eine kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD, craniomandibular dysfunction) ausgemacht werden. Diese wiederum ist ein Überbegriff für eine überwiegend funktionelle aber auch strukturelle Fehlfunktion. Aufgrund verschiedener Ursachen kommt es zu einer bisweilen extrem schmerzhaften Beeinträchtigung des Kauorganes sowie der damit assoziierten Strukturen, deren Pathophysiologie bisweilen Parallelen zu der eines Tennisarmes besitzt. Ursächlich weist das Erscheinungsbild muskuläre, skelettale und dentogene (mechanische), neurologische, jedoch auch psychologische bzw. psychosomatische Störungen auf. Zahnverlust oder schlechte prothetische Versorgung sind eine häufige Ursache. Ohne eine feinjustierte Abstützung durch ein gesundes Gebiss werden die Kiefergelenke mechanisch gestresst und können nachhaltig Schaden nehmen.

Hier ist eine konsequente jedoch schonende, überwiegend konservative Therapie geboten, von einer chirurgischen Übertherapie ist dringend abzuraten. Als Spezialist für die Schmerztherapie in der Mund-, Kiefer- und Gesichtsregion (AMKG) und Facharzt berät Sie Ihr Christian H.W. Marklstorfer gerne in seiner Praxis in München.